Ramirez, Andres
2015
Other Spaces
Plu­ral Nar­ra­ti­ves of Place in Berlin’s SO 36
Buch
Ver­lag
Universitätsverlag der TU Berlin
ISBN
978–3‑7983–2714‑6
online verfügbar unter
depo​si​tonce​.tu​-ber​lin​.de →

Forschungsprojekt

Das gesteigerte Umweltbewusstsein unseres zeitgenössischen, urbanen Zeitalters ist für Stadtplaner und Designer sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Um bessere Sichtweisen, Zusammenhänge und Einfluss zu erlangen, müssen städtische Entscheidungsträger auf den vagen Bereich der Bedeutung zurück greifen, um das Wesen von Sozialleben und dessen Verhältnis zu Raum zu untersuchen.

Als Antwort auf den provokativen Raumdiskurs von Lefebvre, Foucault und der Situationistischen Internationalen, untersucht Other Spaces, plural narratives of place in Berlin´s SO36 die Anwendung von Theorie in der weiten und zunehmend interdisziplinären Planungs- und Designpraxis der Gegenwart. Das Konzept der Andersheit ist tief verwurzelt in der Philosophie des Raumes. Es stellt sowohl einen charakteristischen, kritischen Faktor sowie ein vielversprechendes Mittel einer Analyse der zeitgenössischen Urbanität dar.

Andersheit als eine Quelle des räumlichen Wissens wirft Themen der Relativität auf, gleichzeitig offenbart es die vielschichtige, multidimensionale Gegebenheit der städtischen Umwelt. Konventionelle Forschungsmethoden werden sowohl materiell als auch symbolisch mit einem qualitativen, kreativen und initiativen Faktor ergänzt. Das Freilegen einer ortsbezogenen Idee kann ein hilfreiches Mittel für mehr Verantwortung und kreativere Stadtplanung sein.

Die Fallstudie SO36 zeigt einen alternativen Forschungsansatz auf, der sich auf die Beobachtung, die Empirie und die Intuition als die wesentlichen Bestandteile für die Generierung von Wissen konzentriert. Eine anfängliche Einschätzung der bebauten Umwelt weicht der Freilegung abstrakterer und subjektiverer, aber nichtsdestotrotz ergänzender Raumdimensionen.

Alternative Techniken der Stadtforschung und Kartographie wurden eingesetzt, die Andersheit als ein Leitprinzip anwenden, um urbane Strukturen und architektonische Typologien aufzugliedern. Dieser Ansatz erforscht gezielt urbane Bezugspunkte und Gemeinschaften, die eine äußerliche und symbolische Andersheit widerspiegeln, und überbrückt so die Kluft zwischen Experten und Einwohnern.

Die Resultate deuten eine Verbindung zwischen Gestalt und Bedeutung an, die auf der unverkennbaren, persönlichen wie kollektiven räumlichen Vorstellungskraft der Gemeinschaft beruht, und von dieser auch unterstützt wird. Letztlich werden widersprüchliche, soziale Realitäten frei gelegt, die in einer gleichzeitigen Symbiose existieren und Nachbarschaft als ein Kaleidoskop von Orten definieren.