BMUB/BBSR
Fach­li­cher Nach­wuchs ent­wirft Zukunft
Teilnehmende Universitäten und Hochschulen seit 2010
2016 – 2022

Thema

Der Austausch zwischen den Planungsfakultäten in Deutschland und dem Bundesbauministerium ist ein zentrales Anliegen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik. Relevanz entfaltet dies vor dem Hintergrund immer komplexer und interdisziplinärer werdender Problemstellungen der Planung.

Das Kooperationsprojekt „Fachlicher Nachwuchs entwirft Zukunft“ widmet sich aktuellen Forschungsfragen der Stadtentwicklung. Hauptakteure des Projekts sind angehende Planer und Gestalter. Einerseits sollen ihre Visionen, Strategien und Arbeitsweisen neuartigen und unkonventionellen Input zur Stadtentwicklung und Stadtplanung in Deutschland liefern. Andererseits werden Studierende an die Forschung und Praxis der Nationalen Stadtentwicklungspolitik herangeführt und erhalten so Einblicke in die Aufgabenfelder der Ressortforschung und -politik des Ministeriums. Ein Innovationspotenzial ergibt sich durch das Aufgreifen besonders zukunftsrelevanter Themen. Ziel ist es, durch eine breite Einbindung verschiedenster stadtplanungsnaher Lehrstühle ausgewählte Rahmenthemen umfassend sowie vielschichtig zu ergründen und in eine breite Fachöffentlichkeit – vor allem aber auch in Politik und Verwaltung – zu tragen.

 

Projekt

Seit 2010 wird das Kooperationsprojekt alljährlich realisiert. Bis 2019 wird es drei weitere Projektdurchläufe geben, die Studierenden aus den beteiligten Studiengängen (u. a. Architektur, Städtebau, Stadt- und Regionalplanung, Raumplanung, Urbanistik) eine Plattform bieten, innovative Konzepte zu aktuellen Themen der Stadt zu entwickeln und zu kommunizieren. Hochschul- und schwerpunktübergreifend setzen sich die Projektteilnehmer mit komplexen Planungs- und Gestaltungsfragen der Zukunft von Stadt auseinander, indem die Themen in die Lehre integriert werden und dazu eine gemeinsame, hochschulübergreifende Workshopwoche (Sommer- bzw. Winterschule) gestaltet wird. Damit wird der Dialog zwischen den Hochschulen auf mehreren Ebenen intensiviert:

  • Die Vielfalt der Hochschulen ermöglicht inhaltliche Breite und Tiefe bei der Bearbeitung der Rahmenthemen.
  • Die Sommer- bzw. Winterschulen etablieren sich als Format des Austauschs und der Diskussion.
  • Die gemeinsame Aufbereitung und Präsentation der Ergebnisse fördert eine Positionierung der Hochschulen in der bundesdeutschen Stadtentwicklungsdebatte.

Es werden unterschiedliche methodische und inhaltliche Herangehensweisen erprobt. Studierende reflektieren durch die hochschulübergreifende Arbeit ihr eigenes Lern- und Arbeitsverhalten. Praxis, Forschung und Lehre werden von Beginn an durch die Einbeziehung aktueller Projekte der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und anderer Praxisbeispiele zusammengebracht.

Insgesamt generiert das Projekt einen Austausch zwischen Hochschulen und Praxis, zwischen Nachwuchs und Etablierten und zwischen den Hochschulen untereinander. Dahinter steht die Intention, neue Impulse durch die Ideen der Studierenden zu zukunftsrelevanten Themen anzustoßen, den Nachwuchs an die Praxis heranzuführen und die Kooperation zwischen Studierenden und Lehrenden an den Hochschulen über die Grenzen der eigenen Institution hinaus zu fördern. Durch die Kontinuität entsteht eine intensive Vernetzung, die es vor allem mit Blick auf den Nachwuchs lohnt, auszubauen.

 

Förderung

Nationale Stadtentwicklungspolitik
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

 

Bear­bei­tung

Prof. Dr. Angela Million
Dr. Felix Bentlin

 

Part­ner

Hoch­schu­len und Uni­ver­si­tä­ten in Deutsch­land & Europa

 

Downloads

 

Publikationen

 

Lehrveranstaltungen

 

Teilnehmende Universitäten und Hochschulen seit 2010

Archiv

Post-pan­de­mi­sche Stadt

Post-pan­­de­­mi­­sche Stadt

FNEZ  |  WS 2020/21
Die Fol­gen der aktu­el­len Covid-19 Pan­de­mie haben welt­weit das öffent­li­che Leben in der Stadt erheb­lich ver­än­dert, zeit­weise ein­ge­schränkt und zu neuen For­men des öffent­li­chen Zusam­men­le­bens geführt. 

Glo­bale Pan­de­mien haben his­to­risch unsere Stadt­sys­teme ver­än­dert und z.B im 14. Jahr­hun­dert im Kon­text der Cho­­lera-Epi­­de­­mie die Was­ser­fil­te­rung in Ham­burg durch Robert Koch ermög­licht. Als Reak­tion auf die spa­ni­sche Grippe Anfang des 20. Jahr­hun­derts wurde das städ­te­bau­li­che Ideal von Licht, Luft und Sonne ent­wi­ckelt, das seine gestal­te­ri­sche Schule im Bau­haus fand. Wird auch die Covid-19 Pan­de­mie ähn­lich fun­da­men­tale Aus­wir­kun­gen auf Archi­tek­tur, Städ­te­bau und Stadt­pla­nung des 21. Jahr­hun­derts haben? 

Durch einen Lock-Down und strenge Hygie­ne­re­geln im Früh­jahr 2020 wurde das öffent­li­che aber auch das Arbeits- und Pri­vat­le­ben nach­hal­tig ver­än­dert. Die Krise der Pan­de­mie kann hier­bei als ein Brenn­glas aktu­el­ler urba­ner Ent­wick­lun­gen ver­stan­den wer­den (vgl. ILS 2020), die bestehende Ent­wick­lun­gen ver­stärkt hat. Hierzu zählt ein ver­än­der­tes Ein­kaufs­ver­hal­ten mit räum­li­chen Aus­wir­kun­gen auf die Innen­städte, eine ver­än­der­tes Rei­se­ver­hal­ten mit einem ver­stärk­ten Fokus auf das Quar­tier sowie die Kon­zen­tra­tion der Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten auf das eigene Quar­tier. Ebenso hat sich die Fle­xi­bi­li­sie­rung von Arbeits­zeit und ‑ort schlag­ar­tig ver­än­dert. Als erste Reak­tio­nen der raum­wis­sen­schaft­li­chen For­schung haben u.a. das Deut­sche Insti­tut für Urba­nis­tik, das Insti­tut für Lan­­des- und Stadt­ent­wick­lungs­for­schung und das Wup­per­tal Insti­tut erste The­sen­pa­piere zu mög­li­chen Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie und ihrer Fol­gen auf städ­ti­sche Räume beschrie­ben. Darin wird ins­be­son­dere die (neue) Bedeu­tung öffent­li­cher Räume beschrie­ben, aber auch die stei­gende Rele­vanz öffent­li­cher Insti­tu­tio­nen. Der (bereits vor Covid-19 bekannte) Ansatz der resi­li­en­ten Stadt bekommt ins­be­son­dere in Zei­ten von Unsi­cher­hei­ten einen neuen Stel­len­wert und gesell­schaft­li­che Akzeptanz. 

Einig­keit besteht in der Annahme, dass in der Post­pan­de­mi­schen Stadt die heute exis­tie­ren­den Ungleich­hei­ten und Her­aus­for­de­run­gen des urba­nen Lebens ver­stärkt wer­den und die Krise als Brenn­glas bzw. Teil­chen­be­schleu­ni­ger aktu­el­ler Ent­wick­lun­gen ein­ge­schätzt wird (vgl. ILS 2020; Wup­per­tal Insti­tut 2020). 

Bor­der­line City

Bor­der­line City

FNEZ  |  WS 2019/20
Die Euro­päi­sche Inte­gra­tion steht zur Debatte, im Mit­tel­punkt steht die Grenz­frage in Städ­ten und Dör­fern über­all in Europa. Zwar prä­gen grüne Grenz­land­schaf­ten ent­lang der Natio­nal­staats­ter­ri­to­rien das Bild euro­päi­scher Grenz­an­la­gen, jedoch sind Städte unab­hän­gig ihrer Lage die Aus­tra­gungs­orte und Trei­ber einer dua­lis­ti­schen Ent­wick­lungs­dy­na­mik von Ent­­­gren­­zungs- und Begren­zungs­pro­zes­sen. Das Erstar­ken von Abschot­tungs­ten­den­zen – teils auch mit neuen Grenz­be­fes­ti­gun­gen – steht einer offe­nen, ver­netz­ten und mobi­len Gesell­schaft gegen­über und geht über Staats­gren­zen hin­aus. Wäh­rend Wis­sen, Waren und Tech­no­lo­gien zwi­schen Städ­ten sowie Regio­nen selbst­ver­ständ­lich über Gren­zen hin­weg zir­ku­lie­ren, erzeu­gen die Migra­ti­ons­be­we­gun­gen durch Men­schen auf der Flucht ein neues Bewusst­sein für glo­bale Abhän­gig­kei­ten unter den Euro­päe­rin­nen und Euro­pä­ern. Eine Folge sind die natio­na­len, regio­na­len und loka­len Reak­tio­nen, wie der Bre­­xit-Pro­­­zess, die Soli­­da­­rity-Cities-Initia­­tive oder For­men städ­ti­scher Grenz­zie­hung wie Gated Com­mu­nities. Die Gleich­zei­tig­keit die­ser Ent­wick­lun­gen – Grenz­zie­hung und Schlie­ßung sowie Ver­net­zung und Öff­nung – stel­len Städte in ganz Europa vor große Her­aus­for­de­run­gen und wer­den das Europa der Zukunft beein­flus­sen! Wie lebt, lernt, arbei­tet es sich in ent­grenz­ten und ein­ge­grenz­ten Quar­tie­ren, Städ­ten und Regio­nen? Mit wel­chen Span­nun­gen wer­den Grenz­orte und ‑situa­tio­nen kon­fron­tiert? Wie las­sen sich diese Grenz­land­schaf­ten ent­wi­ckeln, pla­nen und gestalten?

Die rebel­li­sche Stadt

Die rebel­li­sche Stadt

FNEZ  |  WS 2018/19
Das „Rebel­li­sche“ ist ein wesent­li­cher Bestand­teil der DNA der euro­päi­schen Stadt: Selbst­ver­wal­tung, lokale Mit­be­stim­mung und dezen­trale Struk­tu­ren prä­gen das Ver­ständ­nis der Städte und Gemein­den in Deutsch­land seit lan­gem. Hier­mit als Aus­gangs­punkt ent­wer­fen Stu­die­rende der elf teil­neh­men­den Hoch­schu­len die Defi­ni­tion einer rebel­li­schen Stadt.

Die pro­duk­tive Provinzstadt

Die pro­duk­tive Provinzstadt

FNEZ  |  WS 2017/18
Was ist eine Pro­vinz­stadt, was cha­rak­te­ri­siert sie, wie wird Pro­vinz­stadt gemacht? Wel­che Typen von Pro­vinz­städ­ten und umge­ben­den länd­li­chen Räu­men kön­nen dif­fe­ren­ziert wer­den? Stu­die­rende aus elf teil­neh­men­den Hoch­schu­len nah­men diese Fra­gen als Aus­gangs­punkt und ent­war­fen Defi­ni­tio­nen einer pro­duk­ti­ven Provinzstadt.

Die neo-euro­päi­sche Stadt

Die neo-euro­­päi­­sche Stadt

FNEZ  |  WS 2016/17
Die Leip­zig Charta zur nach­hal­ti­gen euro­päi­schen Stadt wird im kom­men­den Jahr zehn Jahre alt. Sie hat das Pri­mat der Nach­hal­tig­keit gesamt­eu­ro­pä­isch vor­ge­dacht, auf natio­na­ler Ebene ver­an­kert und auf loka­ler Ebene mit dem Instru­ment der inte­grier­ten Stadt­ent­wick­lung umgesetzt…

Die bil­dende Stadt

Die bil­dende Stadt

FNEZ  |  SS 2015
Bil­dung fin­det nicht nur im Schul­un­ter­richt statt, son­dern auch in Fami­lien, Ver­ei­nen, Jugend­clubs, bei Kul­tur­ange­bo­ten, im öffent­li­chen Raum, unter Gleich­alt­ri­gen oder durch Medi­en­nut­zung. So ver­stan­den, geschieht Bil­dung an den unter­schied­lichs­ten Orten und in diver­sen Räumen.

Die selbst­ge­machte Stadt

Die selbst­ge­machte Stadt

FNEZ  |  WS 2013/14
Schlag­worte, die reflek­tie­ren, wie die Stadt von ihren Bür­ge­rIn­nen selbst gestal­tet wird, gibt es zahl­reich. Auch wenn ver­schie­dene Her­an­ge­hens­wei­sen dahin­ter ste­hen, ist doch der Gedanke des „sel­ber Machens“, das unab­hän­gig von kom­mu­na­len Pla­nun­gen pas­siert, vereinend.

Die zeit­ge­rechte Stadt

Die zeit­ge­rechte Stadt

FNEZ  |  WS 2012/13
Die „zeit­ge­rechte Stadt“ ist ein viel­schich­ti­ges Thema für die Zusam­men­ar­beit von elf Hoch­schu­len. In die­ser vier­ten Runde der Koope­ra­tion gab es erneut eine große Band­breite von Semi­na­ren, Pro­jek­ten und Abschluss­ar­bei­ten zu ver­schie­de­nen Fra­ge­stel­lun­gen von Zeit und Stadt.

Die res­sour­cen-effi­zi­ente Stadt

Die res­­sour­cen-effi­­zi­ente Stadt

FNEZ  |  WS 2011/12
Im Jahr 2011/12 steht das Pro­jekt unter dem Thema der res­sour­cen­ef­fi­zi­en­ten Stadt und ist räum­lich sowie inhalt­lich an das Pro­jekt Inno­va­tionCity Ruhr ange­bun­den. Im Zen­trum ste­hen dabei u.a. fol­gende Fra­gen: Wie geht die Stadt von mor­gen mit den Ansprü­chen an Nach­hal­tig­keit und Ener­gie­ef­fi­zi­enz um?

Die unsicht­bare Stadt

Die unsicht­bare Stadt

FNEZ  |  SS 2010
Im Zen­trum die­ses Pro­jekts ste­hen die Ideen jun­ger Stu­die­ren­der zu Zukunfts­the­men der Stadt(planung). Hier­für haben ins­ge­samt neun Hoch­schu­len zu dem gemein­sa­men Rah­men­thema „Die unsicht­bare Stadt“ zusam­men­ge­ar­bei­tet: An allen neun Uni­ver­si­tä­ten wur­den im Som­mer­se­mes­ter 2010 Semi­nare zu unter­schied­li­chen Aspek­ten der unsicht­ba­ren Stadt angeboten.