AIV-Schin­kel-Wett­be­werb 2018 – STAD­T­OASE
Typ
LV-Nr.
Umfang
Raum
Termine
Titelbild:

B5 | Bache­lor-Auf­trags­pro­jekt
Dozent: Igna­cio Cas­tillo Ulloa (Lehr­be­auf­trag­ter)
LV-Nr.: 06361300 L05
Umfang: 8 SWS / 12 ECTS
Ver­an­stal­tungs­typ: Pro­jekt­se­mi­nar
1. Ter­min: 23.10.2017
mon­tags 14.00 – 18.00h
Raum: SE-RH 006 (Ate­lier)


Eine Stadt kann als eine Reihe von meh­re­ren und über­lap­pen­den Schich­ten, die his­to­risch, kul­tu­rell, poli­tisch, wirt­schaft­lich und, vor allem, räum­lich sind, betrach­tet wer­den. Mit ande­ren Wor­ten ist eine Stadt gleich­zei­tig viele ver­schie­dene Dinge – eine Summe von Ele­men­ten, die sich wie­derum stän­dig ver­än­dern. Es gibt daher keine aus­rei­chend breite und umfas­sende Defi­ni­tion davon, was eine Stadt ist; son­dern eher end­lose beschrei­bende »städ­ti­sche« Erzäh­lun­gen. Sol­che Geschich­ten kön­nen sogar so diver­gent sein, dass man das Gefühl haben kann, dass sie nicht von der glei­chen Stadt han­deln. Auf diese Weise gelang es Marco Polo – durch die Meta-Tex­tua­li­tät Italo Cal­vi­nos – dem Kai­ser der Tata­ren, Kub­lai Khan, die Städte, die sein Reich ein­schließt, zu por­trä­tie­ren, ohne zu erwäh­nen, dass die ver­schie­de­nen beschrie­be­nen Städte in der Tat nur eine sind: Vene­dig. Da dies so ist, lässt sich Ber­lin als eine Reihe von Erzäh­lun­gen wahr­neh­men, die mit­ein­an­der kol­li­die­ren, ver­schmel­zen und die Stadt jeden Tag neu erfin­den. Dar­über hin­aus zei­gen die neben­ein­an­der­ste­hen­den – und manch­mal ent­ge­gen­ge­setz­ten – Ober­flä­chen, die Ber­lin aus­ma­chen, wie viel­fäl­tige Zei­ten und Geschich­ten im urba­nen Raum koexis­tie­ren. Das heißt, Ber­lin ist vol­ler Geschich­ten – ein­ge­schrie­ben in Zeit und Raum.
Vor die­sem Hin­ter­grund bie­tet der AIV-Schin­kel-Wett­be­werb 2018 STAD­T­OASE die Mög­lich­keit, eine Neu­auf­nahme der zeit­li­chen und räum­li­chen Evo­lu­tion Ber­lins vor­zu­neh­men. Basie­rend auf aktu­el­len Pro­gno­sen, die davon aus­ge­hen, dass im Jahr 2030 eine vier­tel Mil­lion mehr Men­schen in Ber­lin woh­nen wer­den als heute, wurde ein Areal in der Wil­helm­stadt im Bezirk Span­dau als poten­zi­elle Woh­nungs­flä­che aus­ge­wie­sen. Haupt­ziel des Wett­be­werbs ist es, ein Leit­bild »für ein weg­wei­sen­des Stadt­quar­tier, exem­pla­risch ein­ge­bun­den in die Para­me­ter von Ort und Kon­text« zu ent­wi­ckeln (lt. Kurz­text des Schin­kel­wett­be­werbs 2018). Der Wett­be­werb hat sechs Schwer­punkte: Städ­te­bau, Ver­kehrs­wes­sen, Land­schafts­ar­chi­tek­tur, Archi­tek­tur, kon­struk­ti­ver Inge­nieur­bau und freie Kunst. Obgleich die Stu­die­ren­den in Klein­grup­pen städ­te­bau­li­che Ent­würfe kon­zi­pie­ren, die sie im Schwer­punkt Städ­te­bau ein­rei­chen, soll­ten die ande­ren Dimen­sio­nen des Wett­be­werbs berück­sich­tigt wer­den, da sie eng mit­ein­an­der ver­bun­den sind und die Design­vor­schläge von einer inter­dis­zi­pli­nä­ren Jury beur­teilet wer­den.
Das Auf­trags­pro­jekt hat zum Ziel, Visio­nen für ein neues Stadt­quar­tier zu ent­wi­ckeln und zu prä­sen­tie­ren. Zu die­sem Zweck wird in der ers­ten Pro­jekt­phase dis­ku­tiert, was es bedeu­tet, neue Wohn­ge­biete in einer »im-per­ma­nent-Wan­del« Stadt wie Ber­lin zu kon­zep­tua­li­sie­ren. Durch ver­schie­dene Les­ar­ten und Inter­pre­ta­tio­nen wer­den die Qua­li­tä­ten und Poten­tiale des Are­als iden­ti­fi­ziert. Zen­trale Fra­gen sind zum Bei­spiel: Wer wird zukünf­tig dort woh­nen? Wer­den Geflüch­tete, die bereits in den ehe­ma­li­gen Kaser­nen­ge­län­den unter­ge­bracht wor­den sind, lang­fris­tig blei­ben? Was für ein Dia­log könnte es zwi­schen alt­ein­ge­ses­se­nen und zukünf­ti­gen Ein­woh­ner geben? Wel­che zeit­li­chen und räum­li­chen Schich­ten prä­gen das Wett­be­werbs­ge­biet?
Wäh­rend einer zwei­ten Phase ver­tie­fen die Stu­die­ren­den in Ent­wurfs­teams (3–4 Per­so­nen) bestimmte Aspekte der gemein­sa­men kon­zep­tu­el­len Dis­kus­sion und pro­du­zie­ren zunächst abs­trakte Ent­wurfs­an­sätze. Danach fan­gen die Stu­die­ren­den an, für selbst gewählte Fokus­räume anschau­li­che Bil­der ihrer Kon­zepte (u. a. städ­te­bau­li­che Struk­tu­ren, Grün- und Frei­räume, Infra­struk­tu­ren) zu ent­wi­ckeln.
Den gesam­ten Ent­wurfs­pro­zess doku­men­tie­ren die Stu­die­ren­den in indi­vi­du­el­len Ent­wurfs­ta­ge­bü­chern. Ideen, Zwi­schen­stände und die kon­kre­ten Ent­würfe wer­den anhand der Tage­bü­cher abschlie­ßend dis­ku­tiert. Die Abga­be­leis­tung pro Gruppe ist ein städ­te­bau­li­cher Ent­wurf – dar­ge­stellt auf Pla­ka­ten, als Modell und in einer Bro­schüre.
 


 
Das Pro­jekt wird von dem Lehr­be­auf­trag­ten Igna­cio Cas­tillo Ulloa durch­ge­führt. Es fin­det im Ate­lier­raum des Fach­ge­biets SE-RH 006 statt.
Bei den Stu­die­ren­den wer­den Grund­la­gen­kennt­nisse des Ent­wer­fens, der Plan­dar­stel­lung, des Modell­baus etc. vor­aus­ge­setzt.
Wich­tige Ter­mine im Rah­men des Wett­be­werbs­ver­fah­rens:

  • 29.09.17: Auf­ga­ben­aus­gabe
  • 10.11.17: Rück­fra­gen­kol­lo­quium (Stu­die­rende müs­sen daran teil­neh­men)
  • 08.01.18: Anmel­de­schluss
  • 15.02.18: Abgabe
  • 13.03.18: Preis­ver­lei­hung
Titelbild:

AIV-Schin­kel-Wett­be­werb 2018 – STAD­T­OASE

:
Typ:
Sprache:
LV-Nr.:
Umfang:
Raum:
Termine:
Abbildung:
Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen | Prof. Angela Million | Institut für Stadt- und Regionalplanung | TU Berlin